Zahnarzt Museum
Ausstellung Historie
Muldental Sachsen
Zschadrass Colditz

Jacob Brinzer

1882 Jacob Brinzer Leipzig

Die Familie stammt ursprünglich aus der Schweiz.
Die Region um den Brienzer See ? Brienzer Mühle gab der Familie den Namen Brinzer.

Jacob Brinzer stammt aus Gingen an der Brenz. Ihn zog es nach Leipzig wo er 1882 die Firma J. B. L. in der Sternwartstraße aufbaute. Zu Anfang fertigte er Instrumentarien für den ärztlichen und zahnärztlichen Bedarf.
Er ist seinerzeit sehr oft in Sankt Petersburg, Paris und London gewesen um seine Produkte zu verkaufen.

Seine Frau Alwine Brinzer (geb. Martin) arbeitete seit Anfang an im Betrieb mit.

Ehepaar Brinzer 1908
















Ehepaar Brinzer

Foto von 1908


Otto




















Später Erwerb des Hauses Körnerstraße 10
Foto 1926


Jacob Brinzer verstarb 1929 im Alter von 72 Jahren
Sohn Otto Brinzer, am 10.03.1885 in Leipzig geboren wurde die Firma anvertraut. Otto studierte in Mittweida Maschinenbau und arbeitet von Jungend an im Betrieb mit.

Viele Erfindungen und Patente gehen auf Otto Brinzer zurück. Seine große Errungenschaft war unter anderen die Entwicklung von Vulkanisierkesseln, Pressen, Küvetten und bedeutend war seine Entwicklung eines Amalgams, welches bessere Eigenschaften gegenüber herkömmlichen hat. Alfred Krupp machte ihm die Erfindung streitig.

Otto Brinzer sagte ?und wenn es unsere Firma kostet?, dass lasse ich mir nicht gefallen und gewann den Prozess gegen den übermächtigen Krupp.

In den 1930er und 1940er Jahren mussten auch Kriegsproduktionen übernommen werden so z. B. kleinste Instrumente für den Flugzeug- und U-Bootbau. Alles musste absolut geheim bleiben, selbst Mitarbeiter wussten nicht was gebaut worden ist. Während der NS-Zeit sind Teile der Fabrikation in die Deutschlandbesetzten Kriegsgebiete ausgebaut und verbracht worden.

Keine Kriegsschäden an den Fabrikanlagen die mittlerweile über ganz Leipzig verteilt waren, bis Kriegsende etwa 400 Mitarbeiter.

Otto Brinzer heiratete 1930 Selma-Luise Paul. Die Tochter Renate Brinzer, geboren am 06.02.1932, ging aus dieser Ehe hervor. Renate lernte an der Dumas Privatschule in Leipzig.
Zwischen 1946 ? 1949 besuchte sie die Handelsschule in Leipzig. 1946 veränderte sich die Situation vollständig, vieles wurde kaputt gemacht. Es war notwendig mit in die Firma einzusteigen.

Vater Otto Brinzer verstarb im März 1948.

Der Westsektor fiel vollständig durch DDR-Beschluss aus. Nach dem Krieg wurde viel für Russland produziert (keine Reparationsleistungen)

Gut eingearbeitete Mitarbeiter führten den Betrieb fort, auch Frau Selma- Luise und Tochter Renate arbeiteten mit.

Renate Brinzer heiratete am 09.04.1955 den Zahnarzt Dr. Heinz Hönig. Er wollte nicht in den Betrieb des Schwiegervaters. Renate Hönig arbeitete von 1946 ? 1957 in der Firma.

Aus dieser Ehe ging Rainer Hönig am 13.06.1957 hervor.

Ca. ab 1965 war Ramon Noack Betriebsleiter der Firma Jacob Brinzer Leipzig.

1972 wurde die Firma Binzer von der DDR enteignet. Es war so als ob man mein zu Hause weggenommen hat, berichtete Frau Renate Hönig.

Rainer Hönig lernte Medizintechnik im Dentalbereich in Leipzig. Seit 1974 in der PGH Elektrodental (vormals Firma Kühn) und jetzt bei Henry Schein.

(Firma Kühn PGH 1990 Plessing Dental 2000 Firma Demedis (Fusion) ? ca. 2005 Henry Schein)


Auslieferungslager der Firma Brinzer gab es in London und Paris.

- Vertretungen gab es in der ganzen Welt, so in Sindney, in den USA,
in mehreren Städten und Südamerika. London und Paris gingen 1939
verloren durch den Nationalsozialismus in Deutschland.
letzte Aktualisierung: 10.02.2010 15:41 Uhr